Vor ein paar Monaten kam mein Freund Adi mit einer Idee für das Artwork seiner neuen EP „Năvală“ auf mich zu. Die Richtung war schon ziemlich konkret: Welle, Pferde, Nacht, Bewegung – und dank KI existierten bereits erste Motive.
Das ist inzwischen gar nicht mehr so ungewöhnlich. Kunden können mit KI heute selbst erstaunlich weit vorarbeiten. Sie generieren Bilder, schreiben Texte, bauen erste Websites oder probieren Logos aus. Das ist grundsätzlich hilfreich, weil aus einer abstrakten Idee sehr schnell etwas wird, über das man konkret sprechen kann.
Nur sieht ein guter KI-Entwurf oft fertiger aus, als er tatsächlich ist. Und genau dort beginnt häufig erst die professionelle Arbeit.
Das Album könnt ihr hier anhören: https://open.spotify.com/intl-de/album/33793SLMsmi9nyQ7fXkdjr?si=LuFx9gZdTk-cJUcrGIx29A
Adi hatte mit einem kostenlosen KI-Zugang bereits verschiedene Richtungen ausprobiert. Das half enorm, weil ich sofort verstehen konnte, was er suchte. Es brachte aber auch eine typische KI-Eigenheit mit sich: Neue Versuche waren begrenzt und eine vermeintlich kleine Korrektur führte gerne zu einem neuen Motiv.
„Genau so – nur die Welle etwas anders“ kann bei generativer KI durchaus bedeuten: andere Welle, andere Pferde, anderes Licht und sicherheitshalber noch ein neuer Himmel.
Für die Ideenfindung ist das großartig. Sobald ein Motiv aber zu 90 Prozent stimmt, möchte man irgendwann keine neue Interpretation mehr, sondern Kontrolle. Und dann kommt der Moment, an dem man aufhören sollte zu prompten. Bei Adi meistens ungefähr zwei Minuten bevor die Nachricht kam: „Ich hätte da noch eine andere Idee …“ 🙂
Gerade am Anfang eines Projekts nutze ich generative KI sehr gerne. Mit dem Bildtool von ChatGPT konnten wir schnell unterschiedliche Bildwelten ausprobieren und Ideen sichtbar machen, die vorher nur im Kopf existierten. Adobe Firefly eignet sich wiederum gut für gezielte Ergänzungen und bestimmte Bildkorrekturen. Das spart Zeit und macht Abstimmungen einfacher. Aber ich versuche nicht, jeden Arbeitsschritt zwanghaft mit KI zu lösen, denn sobald Elemente exakt bleiben müssen, brauche ich andere Werkzeuge.
Bei Năvală ging es irgendwann nicht mehr darum, noch mehr Bilder zu erzeugen: Jetzt mussten wir bestehende Elemente erhalten, kombinieren und gezielt bearbeiten. In Photoshop konnte ich genau das tun, was bei einem Bildgenerator schwierig wird: einzelne Bestandteile verändern, ohne dass sich der Rest des Motivs gleich mitverändert.
Farben angleichen, Bildteile kombinieren, retuschieren, Kontraste abstimmen und aus verschiedenen Zwischenschritten ein konsistentes Artwork bauen. Das klingt weniger spektakulär als „AI generated“. Ist aber häufig der Teil, der aus einem interessanten Bild ein brauchbares Design macht.
Dann kam die Typografie. Bei Năvală spielen die besonderen Schriftzeichen und grafischen Formen eine wichtige Rolle. Und wenn ein Zeichen auf Cover, Rückseite, Trackmotiv und Social-Media-Grafik immer gleich aussehen soll, darf es nicht bei jeder neuen Generation leicht anders werden. Also wurden solche Elemente sauber in Adobe Illustrator weitergeführt und als Vektoren aufgebaut. Damit lassen sie sich skalieren, umfärben und auf unterschiedlichen Medien zuverlässig einsetzen.Auch das gehört für mich zum Unterschied zwischen einer guten visuellen Idee und einem echten Gestaltungssystem.
Spätestens jetzt endet jede Diskussion darüber, wie beeindruckend der verwendete KI-Prompt war.
Denn die Druckerei interessiert sich für andere Dinge:
Bei einer Website wären es andere Fragen: Responsive Design, Ladezeiten, Nutzerführung, SEO oder technische Stabilität. Das Prinzip bleibt dasselbe. Ein Entwurf muss zunächst nur gut aussehen. Ein professionelles Ergebnis muss funktionieren.
Das Projekt hat ziemlich gut gezeigt, wo KI tatsächlich effizient ist. Erste Ideen visualisieren? Sehr gut. Varianten testen? Ebenfalls. Einzelne Bildbereiche generativ ergänzen? Kann hervorragend funktionieren.
Beim zwölften Versuch wieder hoffen, dass diesmal wirklich nur das eine Pferd verändert wird? Eher weniger. Irgendwann werden zehn Minuten Photoshop schneller als zehn weitere Prompts.
Genau darin liegt für mich mittlerweile ein wichtiger Teil der Arbeit: nicht das Tool mit dem größten KI-Schriftzug zu benutzen, sondern das richtige Werkzeug für den jeweiligen Schritt. Mal ist das ChatGPT. Mal Firefly. Mal Photoshop oder Illustrator. Und manchmal ist die beste technische Entscheidung schlicht: Jetzt nichts mehr anfassen.
Gerade bei einem gewissen Perfektionismus im Projekt ist das eine durchaus relevante Kompetenz.
Beim fertigen Artwork war das Projekt schließlich noch nicht vorbei. Das Motiv musste auch auf andere Anwendungen übertragen werden. Daraus entstanden unter anderem unterschiedliche Social-Media-Formate, einzelne Trackmotive und Promo-Grafiken für Streamingplattformen.
Plötzlich geht es wieder um Abstände, Lesbarkeit, unterschiedliche Seitenverhältnisse und die Frage, welche Elemente auch auf dem Smartphone noch funktionieren. Das ist bei einem Branding oder einer Website nicht anders. Ein einzelnes schönes Motiv ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, daraus ein System zu bauen, das an verschiedenen Stellen funktioniert und trotzdem immer gleich aussieht.
Ich finde es gut, wenn Kunden selbst mit KI experimentieren. Wer bereits einen Entwurf hat, muss bei mir nicht alles wegwerfen und wieder bei null beginnen. Im Gegenteil: Ein guter KI-Entwurf kann ein hervorragendes Briefing sein.
Meine Aufgabe beginnt dort, wo aus verschiedenen Ideen, Tools und Anforderungen ein zusammenhängendes Projekt werden muss. Ich schaue, was funktioniert, was weiterverwendet werden kann und an welcher Stelle wir besser einen anderen Weg wählen. Das gilt für ein Artwork genauso wie für eine Website, ein Branding, Content oder eine technische Lösung.
Problematisch wird es meistens nicht dadurch, dass jemand selbst etwas ausprobiert hat. Problematisch wird es, wenn ein Projekt schon sehr weit gebaut wurde und grundlegende Fragen erst danach auftauchen.
Dann gibt es plötzlich ein Logo nur als kleine JPG-Datei, eine Website ohne saubere mobile Version oder ein Bild, das großartig aussieht, aber für den geplanten Druck nicht ausreicht. Solche Dinge lassen sich oft reparieren.
Nur wäre es meistens schneller gewesen, sie vorher mitzudenken. Deshalb kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung nicht erst dann dazuzuholen, wenn der fünfte Workaround den vierten Workaround reparieren soll.
Ich nutze KI inzwischen täglich und möchte auf viele Möglichkeiten nicht mehr verzichten. Trotzdem besteht meine Arbeit nicht darin, möglichst viele KI-Tools gleichzeitig einzusetzen.
Mein Vorteil liegt eher darin, Gestaltung, Web, SEO, Content, KI und technische Umsetzung zusammen denken zu können.
Dadurch kann ich entscheiden, wann KI einen Prozess sinnvoll beschleunigt, wann klassische Mediengestaltung besser funktioniert und welche Anforderungen später noch auf ein Projekt zukommen. Genau darin sehe ich heute den eigentlichen Wert professioneller Unterstützung. Nicht jeden einzelnen Arbeitsschritt selbst machen zu müssen. Sondern dafür zu sorgen, dass am Ende alles zusammenpasst.
Aus Adis ersten KI-Versuchen entstand am Ende ein komplettes Artwork für Năvală – inklusive Social Assets und einer Datei, die tatsächlich produziert werden konnte. Bis dahin lagen allerdings ein paar Wellen, Pferde und Korrekturschleifen zwischen Anfang und Ende.
Und vermutlich auch ungefähr sieben letzte Versionen. Wer mit perfektionistischen Freunden arbeitet, weiß: „Final“ ist manchmal eher eine grobe Projektphase. Inzwischen ist die Platte aber tatsächlich fertig.
Und genau deshalb ist Năvală für mich ein schönes Beispiel dafür, wie kreative Zusammenarbeit heute aussehen kann: Der Kunde bringt seine Idee und eigene KI-Vorarbeit mit, KI erweitert die Möglichkeiten – und professionelle Gestaltung sorgt dafür, dass daraus ein belastbares Ergebnis wird.
Vielleicht hast du bereits mit KI ein Motiv entwickelt, eine Website begonnen oder eine ziemlich konkrete Idee im Kopf.
Dann müssen wir nicht wieder bei null anfangen.
Ich unterstütze bei Webdesign, Branding und Artwork, SEO, Content sowie KI-gestützten und technischen Lösungen und behalte dabei auch die Schritte im Blick, die nach dem ersten Entwurf noch kommen. Wenn bei deinem Projekt gerade der Punkt erreicht ist, an dem es „eigentlich schon ziemlich gut“ aussieht, aber noch nicht wirklich fertig ist:
Dann lass uns darüber sprechen.
Für erste Ideen und Entwürfe funktioniert das inzwischen erstaunlich gut. KI kann dir sehr schnell unterschiedliche Richtungen zeigen und hilft dabei, eine Vorstellung überhaupt sichtbar zu machen. Schwieriger wird es, wenn daraus ein konsistentes, technisch sauberes und langfristig nutzbares Ergebnis werden soll. Spätestens dann spielen Gestaltung, Typografie, Formate, technische Anforderungen, Markenlogik und Erfahrung eine deutlich größere Rolle.
Gerade dann kann die Zusammenarbeit sehr effizient sein. Ein vorhandener KI-Entwurf ist keine schlechte Voraussetzung, sondern häufig ein gutes Briefing. Ich sehe sofort, welche Richtung dir gefällt, und wir müssen nicht bei null anfangen. Meine Aufgabe besteht dann darin, das vorhandene Material zu beurteilen, weiterzuentwickeln und daraus ein Ergebnis zu machen, das nicht nur auf den ersten Blick gut aussieht, sondern auch tatsächlich funktioniert.
Unbedingt. Du musst deine bisherigen Versuche nicht verstecken oder alles noch einmal neu erklären. Bring mit, was du hast: KI-Bilder, Skizzen, Canva-Entwürfe, eine halbfertige Website oder einfach Screenshots von Dingen, die dir gefallen. Wir schauen gemeinsam, was davon sinnvoll weiterverwendet werden kann und wo eine andere Lösung besser wäre.
Das hängt vom Projekt ab. Bei Năvală kamen unter anderem generative Bildwerkzeuge, Adobe Photoshop, Firefly und Illustrator zum Einsatz. Entscheidend ist für mich aber nicht, möglichst viele Tools aufzuzählen. Wichtiger ist zu wissen, welches Werkzeug an welcher Stelle sinnvoll ist. Ein Bildgenerator eignet sich hervorragend für Exploration, Photoshop für kontrollierte Bildbearbeitung, Illustrator für saubere Vektoren und bei Webprojekten kommen wiederum ganz andere Anforderungen hinzu.
Ja. Genau darin liegt einer der Vorteile meiner Arbeitsweise. Mein Schwerpunkt liegt zwar stark im digitalen Bereich, aber ich komme ursprünglich aus der klassischen Mediengestaltung und verbinde heute Webdesign, SEO, Branding, Content, KI und technische Umsetzung miteinander. Dadurch kann ich bei einem Projekt nicht nur ein einzelnes Bild betrachten, sondern auch überlegen, wie daraus beispielsweise eine Website, Social-Media-Inhalte, ein konsistenter Markenauftritt oder weitere digitale und gedruckte Anwendungen entstehen.