KI schreibt Texte, erstellt Bilder, programmiert, beantwortet Kundenanfragen und automatisiert inzwischen ganze Prozesse. Für jemanden wie mich, der aus der klassischen Mediengestaltung kommt und heute zwischen Webdesign, SEO, Branding, Content und Automatisierung arbeitet, klingt das zunächst nach einem ziemlich mächtigen Werkzeugkasten.
Und das ist es auch. Nur zeigt sich im Alltag schnell, dass zwischen einer beeindruckenden KI-Demo und einem System, das nach sechs Monaten noch zuverlässig Arbeit spart, ein ziemlich großer Unterschied liegen kann.
Zeit also für eine Zwischenbilanz – jenseits von „KI wird uns alle ersetzen“ und „das ist sowieso alles nur seelenloser Müll“.
Vor einiger Zeit hatte ich einen ziemlich euphorischen Gedanken: Eigentlich kann ich heute eine komplette kleine Werbeagentur alleine sein.
Ich komme aus der klassischen Mediengestaltung, habe viele Jahre mit Websites, Grafik, SEO, Texten, Kunden und Kampagnen gearbeitet und mich dann intensiv mit KI und Automatisierung beschäftigt. Plötzlich bekam diese ohnehin schon recht breite Arbeit noch einmal einen ordentlichen Turbolader.
ChatGPT hilft beim Texten und Recherchieren. Bild-KIs liefern Motive, für die früher Stockarchive, Fotografen oder aufwendige Montagen nötig waren. Video, Sprache, Musik, Programmierung – überall gibt es inzwischen Werkzeuge, die zumindest Teile der Arbeit übernehmen können. Dazu kommen Make, Zapier, KI-Agenten und APIs, mit denen sich theoretisch auch noch die Abläufe zwischen all diesen Dingen automatisieren lassen.
Als Mediengestalter kann ich heute also tatsächlich Dinge umsetzen, für die früher mehrere Leute nötig gewesen wären. Das Verrückte ist nur: Je länger ich damit arbeite, desto weniger glaube ich an die einfache Geschichte von der großen KI-Revolution, bei der wir nur noch ein paar Systeme zusammenschalten und anschließend mit einem Kaffee daneben sitzen, während die Maschine unsere Arbeit erledigt.
So funktioniert es zumindest bisher nicht.
KI ist 2026 unglaublich mächtig. Gleichzeitig ist sie erstaunlich oft generisch, unzuverlässig, wartungsbedürftig oder schlicht die falsche Lösung für ein Problem. Und genau das verändert meine Sicht auf meinen eigenen Beruf.
Ich halte wenig davon, das kleinzureden. Es gibt Arbeiten, für die man früher einen Texter, Grafiker oder Mediengestalter gebraucht hat und die heute jemand mit einem guten KI-Tool selbst erledigen kann. Vielleicht nicht immer auf demselben Niveau, aber oft eben gut genug.
Eine Produktbeschreibung schreiben? Kein Problem.
Dass diese Entwicklung Auswirkungen auf die Kreativbranche hat, ist keine Theorie mehr. Im Future of Jobs Report 2025 tauchen Grafikdesigner erstmals deutlich bei den rückläufig erwarteten Berufsbildern auf. Gleichzeitig zeigt die bisherige Arbeitsmarktforschung aber ein wesentlich weniger dramatisches Bild, als viele Schlagzeilen vermuten lassen: Eine Stanford-Auswertung vom Juli 2026 sieht aktuell nur relativ geringe gesamtwirtschaftliche Beschäftigungseffekte durch KI. Besonders gefährdet scheinen bislang eher einzelne Tätigkeiten, Einstiegspositionen und stark standardisierbare Arbeit zu sein.
Das passt ziemlich gut zu meinem Eindruck: KI ersetzt im Moment weniger ganze Berufe als einzelne Arbeitsschritte innerhalb dieser Berufe. Und davon gibt es bei einem Mediengestalter ziemlich viele.
Das ist für mich inzwischen der entscheidende Punkt. Vor KI war die Produktion selbst ein großer Teil des Wertes. Jemand musste den Text schreiben, das Bild bearbeiten, das Layout bauen, Varianten erstellen, Formate anpassen oder Informationen zusammensuchen. Dafür brauchte es Zeit, Erfahrung und die entsprechenden Programme.
Heute wird ein Teil dieser Produktion zunehmend zur Commodity.
Wenn ich in einer Stunde zehn brauchbare Ideen entwickeln kann, für die ich früher einen halben Tag gebraucht hätte, verändert das zwangsläufig den wirtschaftlichen Wert dieser Stunde. Das kann man bedauern. Man kann aber auch akzeptieren, dass so technischer Fortschritt meistens funktioniert. Photoshop hat den Grafiker nicht abgeschafft. Digitalkameras haben Fotografie nicht abgeschafft. WordPress hat Webdesigner nicht abgeschafft. Canva hat Grafikdesign nicht abgeschafft.
Aber jedes dieser Werkzeuge hat bestimmte Arbeiten einfacher gemacht und dadurch verändert, wofür Kunden noch bereit sind, Geld zu bezahlen. KI macht gerade dasselbe – nur gleichzeitig in Text, Bild, Video, Audio, Code und Organisation. Und deshalb glaube ich inzwischen: Der Mediengestalter verschwindet nicht. Sein Beruf rutscht eine Ebene nach oben.
Die Frage lautet weniger: Kannst du das herstellen? Die interessantere Frage lautet: Weißt du, was hergestellt werden sollte?
Wer täglich mit generativer KI arbeitet, kennt vermutlich irgendwann diesen Moment: Man sieht einen Text oder ein Bild und denkt sofort: KI.
Nicht unbedingt, weil es schlecht ist. Manchmal gerade weil es ein bisschen zu ordentlich ist. Bei Texten gibt es inzwischen einen ganz eigenen Sound. Diese leicht pathetischen Gegensätze. Diese ständigen Minifazits. Und natürlich diese Schreibweise:
„Es geht nicht um Technik. Es geht um Menschen. Es geht um Haltung.“
Oder:
„Schneller. Einfacher. Besser.“
Drei Wörter untereinander, und irgendwo bekommt ein LinkedIn-Coach gerade Gänsehaut. Ich kann diesen Stil mittlerweile kaum noch sehen. Nicht weil kurze Sätze grundsätzlich schlecht wären, sondern weil Millionen KI-Texte dieselben sprachlichen Tricks reproduzieren und damit etwas entsteht, das technisch sauber und gleichzeitig erstaunlich charakterlos wirkt. Bei Bildern passiert Ähnliches. Perfektes Licht, perfekte Haut, perfekte Tiefenunschärfe, perfekte Menschen in einem Büro, in dem offensichtlich noch nie jemand gearbeitet hat.
Das Interessante daran ist, dass dieses Gefühl nicht nur Kreative haben. IAB hat Anfang 2026 Werbeverantwortliche und jüngere Konsumenten zu KI-generierter Werbung befragt. Während 82 Prozent der Werbeleute glaubten, Gen Z und Millennials stünden solchen Anzeigen positiv gegenüber, sagten das tatsächlich nur 45 Prozent der befragten Konsumenten.
Die Werbebranche ist von ihrer neuen Technologie also momentan möglicherweise begeisterter als die Menschen, denen sie die Ergebnisse zeigen möchte. Das sollte einem zumindest zu denken geben.
Je mehr KI-Content entsteht, desto interessanter finde ich einen scheinbaren Widerspruch: Ausgerechnet die massenhafte Automatisierung von Kreativität könnte menschliche Kreativität sichtbarer machen.
Fast Company hat das kürzlich als mögliche Entwicklung hin zu „Human Made“ als Premiummerkmal beschrieben. Der Gedanke dahinter gefällt mir, weil er auch aus anderen Bereichen bekannt ist: Was industriell unbegrenzt verfügbar wird, verliert irgendwann seinen besonderen Wert. Das Handgemachte, Eigenwillige und Persönliche wird gerade deshalb wieder interessant.
Ich glaube allerdings nicht, dass wir deshalb alle unsere KI-Tools wegwerfen und künftig wieder mit Letraset-Buchstaben am Leuchttisch sitzen. Das wäre genauso unsinnig. Viel wahrscheinlicher ist eine Mischung.
Ich kann ein Bild mit KI vorbereiten und anschließend selbst gestalten. Ich kann mir beim Schreiben helfen lassen und danach alles rauswerfen, was nicht nach mir klingt. Ich kann hundert Ideen generieren und ausgerechnet Nummer 73 als Ausgangspunkt nehmen, weil dort zufällig etwas Interessantes passiert ist. Die KI muss nicht die Autorin sein. Sie kann auch einfach ein verdammt schneller Assistent sein. Vielleicht liegt genau darin momentan ihr bester Platz.
Noch deutlicher wird dieser Unterschied zwischen Theorie und Praxis bei Automatisierungen. Auf LinkedIn und YouTube sieht das immer fantastisch aus:
Ein Kunde ruft an, eine KI nimmt das Gespräch entgegen, erkennt das Anliegen, legt automatisch einen Datensatz im CRM an, schreibt eine Zusammenfassung, erstellt eine Aufgabe und bucht einen Termin. Fertig.
Was im Video meistens fehlt, sind die nächsten acht Wochen. Denn dann darf irgendeine API plötzlich etwas nicht mehr. Ein Microsoft-Konto benötigt eine andere Berechtigung. Das System, das eigentlich den Kalender synchronisieren sollte, kann genau diese eine Sache nicht. Also baut man einen Umweg über ein anderes System. Dort funktioniert die Synchronisation zwar, aber nur alle paar Stunden. Deshalb entsteht ein zweiter Workaround. Dann muss jemand ein Passwort ändern. Ein Feld bekommt einen neuen Namen. Ein Mitarbeiter benutzt das Formular anders als vorgesehen. Und irgendwann hat man einen Workflow, den außer seinem Erbauer niemand mehr versteht.
Ich habe inzwischen selbst solche Ketten gebaut und dabei eine ziemlich einfache Lektion gelernt: Ein automatisierter Prozess ist nicht automatisch ein guter Prozess.
Manchmal spart mir ein System fünf Minuten am Tag und kostet mich dafür jeden Monat zwei Stunden Pflege. Wirtschaftlich betrachtet habe ich dann keine Automatisierung gebaut, sondern ein Hobby. Dafür gibt es inzwischen sogar einen passenden Begriff: Automation Debt, angelehnt an die technische Schuld aus der Softwareentwicklung. Schnelle Workarounds lösen kurzfristig ein Problem, erzeugen aber Abhängigkeiten und Wartungsaufwand, der später wieder bezahlt werden muss.
Das bedeutet nicht, dass Make, KI-Agenten oder Automatisierungen schlecht sind. Ich nutze sie selbst und finde viele Möglichkeiten großartig. Aber ich stelle mir inzwischen eine andere Frage als am Anfang:
Nicht: Kann ich das automatisieren? Sondern: Sollte ich es automatisieren?
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Eine gute Automatisierung muss für mich inzwischen drei Dinge schaffen.
Das klingt banal. Im KI-Hype wird genau diese Rechnung aber erstaunlich selten gemacht.
Dabei zeigen auch die Zahlen ein recht nüchternes Bild. Eine OECD-Untersuchung unter kleinen und mittleren Unternehmen kommt zwar zu klaren Produktivitäts- und Entlastungseffekten durch generative KI. Gleichzeitig hat sich bei der großen Mehrheit der befragten Unternehmen der gesamte Personalbedarf dadurch bisher kaum verändert.
KI macht also durchaus Arbeit weg. Nur entsteht daraus nicht automatisch ein menschenleerer Betrieb. Oft können dieselben Menschen einfach mehr machen.
Nach all der Kritik könnte man meinen, ich wäre inzwischen KI-Skeptiker geworden. Das Gegenteil ist der Fall. Ich benutze sie vermutlich heute sinnvoller als zu dem Zeitpunkt, an dem ich noch von jedem neuen Tool begeistert war.
Für Recherche, Zusammenfassungen und das Strukturieren großer Informationsmengen möchte ich kaum noch darauf verzichten. Beim Schreiben ist sie hervorragend als Sparringspartner, Gegenleser oder Ideenmaschine – solange ich nicht einfach den ersten Output veröffentliche. In der Gestaltung beschleunigt sie Moodboards, Bildideen, Retusche, Varianten und frühe Visualisierungen enorm. Beim Programmieren hilft sie mir bei Aufgaben, für die ich früher wesentlich länger hätte suchen müssen.
Auch Automatisierungen können fantastisch sein, wenn der Prozess klar und stabil ist: Daten übertragen, Informationen zusammenfassen, Dokumente vorbereiten, wiederkehrende Benachrichtigungen auslösen oder bestimmte Routineaufgaben im Hintergrund erledigen.
Interessanterweise finde ich KI inzwischen häufig dort am besten, wo der Kunde sie gar nicht bemerkt. Der Kunde muss nicht mit meinem Bot sprechen. Vielleicht benutzt die KI einfach im Hintergrund die Gesprächsnotiz, strukturiert die Informationen und sorgt dafür, dass ich beim nächsten Gespräch besser vorbereitet bin. Der Kunde muss auch keinen vollständig KI-generierten Blogartikel lesen. Vielleicht hilft mir die KI bei Recherche, Gliederung und Gegenargumenten – und ich schreibe anschließend den Text, den ich selbst lesen möchte.
Das ist weniger spektakulär als ein sprechender Avatar. Aber meistens sinnvoller.
Vor allem bei allem, was direkte menschliche Kommunikation vollständig ersetzen soll. Ich verstehe den wirtschaftlichen Reiz einer KI-Telefonstimme oder eines Chatbots vollkommen. Bei hohem Anfragevolumen, klaren Standardfragen oder außerhalb der Geschäftszeiten können solche Systeme sehr sinnvoll sein. Aber ich würde daraus keine Religion machen.
Menschen haben erstaunlich wenig Lust, zehn Minuten mit einer Maschine über ein Problem zu diskutieren, wenn sie eigentlich wissen, dass irgendwo ein Mensch sitzt, der es in drei Sätzen verstehen würde. Dasselbe gilt für vollautomatisch erzeugten Markencontent. Für Masse funktioniert das beeindruckend gut. Für eine starke Marke würde ich trotzdem gerne noch wissen, wer dort eigentlich etwas zu sagen hat.
Und bei komplexen Automatisierungen würde ich immer prüfen, ob die Prozessmenge den technischen Aufwand überhaupt rechtfertigt. Wenn ein Handwerksbetrieb 15 Angebote pro Monat schreibt, braucht er vielleicht keine hochkomplexe KI-Agentenlandschaft mit sechs Schnittstellen. Vielleicht braucht er einfach ein besseres Formular.
Das ist nicht so sexy. Aber es funktioniert.
Das klingt nach all der Kritik zunächst paradox. Eigentlich komme ich aber genau deshalb wieder bei meiner ursprünglichen Idee an:
Ja, ein guter Mediengestalter kann heute tatsächlich zu einer Art Ein-Mann-Agentur werden. Nur besteht sein Vorteil nicht darin, dass er acht Berufe mittelmäßig durch KI ersetzt. Sein Vorteil besteht darin, dass er das Ganze zusammenbringt.
Er versteht Gestaltung, ohne für jedes Bild bei null anzufangen. Er versteht Texte gut genug, um zu merken, wann ChatGPT wieder geschmeidigen Unsinn produziert. Er kennt Websites und SEO. Er kann eine KI einsetzen, einen Workflow bauen und gleichzeitig erkennen, wann eine Excel-Tabelle die bessere Lösung wäre.
Vor allem übernimmt er etwas, das die KI nicht übernimmt: Verantwortung für das Ergebnis. Der Kunde möchte am Ende nicht fünfzehn Tools kennenlernen. Er möchte auch keinen Vortrag über Large Language Models, Webhooks, Agentic Workflows und multimodale Pipelines hören. Er hat ein Problem: Seine Website funktioniert nicht. Seine Außendarstellung ist inkonsistent. Seine Abläufe nerven. Er braucht neue Kunden. Seine Mitarbeiter verlieren Zeit. Niemand weiß, welches System eigentlich wofür zuständig ist. Und dann braucht er jemanden, der sich den ganzen Kram ansieht und sagt:
Das hier machen wir mit KI. Das automatisieren wir. Das lassen wir so. Und das da würde ich überhaupt nicht anfassen.
Für mich ist das inzwischen eine wesentlich interessantere Rolle als „KI-Experte“.
Das ist vermutlich mein eigentliches Fazit nach den vergangenen Jahren: KI macht sehr viele kreative Fähigkeiten verfügbar. Damit sinkt der Wert des bloßen Zugangs zu diesen Fähigkeiten. Aber gleichzeitig steigt der Wert von Erfahrung, Auswahl, Geschmack, Kontext und Verantwortung.
KI ersetzt deshalb für mich nicht den guten Mediengestalter. Sie nimmt ihm einen Teil seiner alten Arbeit ab und zwingt ihn gleichzeitig dazu, endlich zu zeigen, worin sein eigentlicher Wert besteht.
Sondern darin, aus vielen Möglichkeiten eine gute Entscheidung zu machen.
Vielleicht hatten wir einfach das falsche Bild vom KI-Zeitalter. Wir haben uns vorgestellt, dass die Technologie irgendwann einen bestimmten Punkt erreicht und danach ganze Berufe verschwinden. Ich glaube inzwischen, dass es viel unspektakulärer passiert: Die KI sitzt plötzlich überall mit am Tisch.
Sie schreibt den ersten Entwurf. Sie durchsucht Unterlagen. Sie erzeugt eine Bildidee. Sie schreibt Code. Sie fasst ein Telefonat zusammen. Sie übernimmt eine Routine. Hier zehn Minuten, dort eine Stunde. Manchmal einen ganzen Arbeitstag. Und manchmal kostet sie uns drei Stunden, weil irgendeine Schnittstelle beschlossen hat, heute nicht mehr mit dem anderen System zu sprechen. Das ist weniger Science-Fiction und deutlich näher an der Realität.
Für Kreative bedeutet das trotzdem eine enorme Veränderung. Wer hauptsächlich davon lebt, standardisierte Ergebnisse möglichst schnell zu produzieren, wird unter Druck geraten. Wer KI ignoriert, wird gegenüber Menschen, die dieselbe Qualität deutlich effizienter herstellen können, ebenfalls Schwierigkeiten bekommen. Aber auch das andere Extrem halte ich für einen Fehler: alles mit KI machen, nur weil es geht. Die spannendste Position liegt für mich genau dazwischen.
Menschlich denken. KI nutzen. Automatisieren, wo es wirklich entlastet. Selbst gestalten, wo Handschrift zählt. Und gelegentlich auch einfach sagen: Dafür brauchen wir keine KI.
Vielleicht ist genau das der Mediengestalter der nächsten Jahre:
Und wenn eine Automation nach drei Monaten nur noch funktioniert, weil ich jeden Dienstag irgendeinen Token neu verbinde, baue ich sie wieder ab. Auch das ist schließlich Digitalisierungskompetenz.
Teilweise wird KI bestimmte Aufgaben übernehmen oder stark beschleunigen. Vor allem standardisierte Arbeiten wie einfache Texte, Bildvarianten, Recherche oder erste Entwürfe lassen sich heute deutlich schneller erledigen. Der komplette Beruf verschwindet dadurch aber nicht. Wichtiger werden Erfahrung, Gestaltungssicherheit, Markenverständnis und die Fähigkeit zu entscheiden, welches Ergebnis überhaupt sinnvoll ist.
Sehr gut funktioniert KI bei Recherche, Ideenfindung, Textentwürfen, Bildbearbeitung, Varianten, Zusammenfassungen und einfachen wiederkehrenden Aufgaben. Auch bei Programmierung und Automatisierung kann sie viel Zeit sparen. Entscheidend ist aber immer, ob der Aufwand für Einrichtung und Kontrolle am Ende tatsächlich geringer ist als die bisherige Arbeit.
Generative KI arbeitet mit erlernten Mustern. Wenn viele Menschen ähnliche Modelle mit ähnlichen Prompts verwenden, entstehen zwangsläufig ähnliche Texte, Bilder und Formulierungen. Das Ergebnis kann technisch gut aussehen und trotzdem austauschbar wirken. Eigene Ideen, Markenwissen, echte Erfahrungen und eine persönliche Sprache machen deshalb einen immer größeren Unterschied.
Nein. Eine Automatisierung lohnt sich vor allem bei klaren, wiederkehrenden Prozessen. Wenn ein Ablauf selten vorkommt oder ständig Sonderfälle produziert, kann die technische Lösung am Ende mehr Pflege verursachen als Nutzen bringen. Dann ist ein einfacherer Prozess oft die bessere Lösung.
Ja – aber die Rolle verändert sich. Unternehmen brauchen weniger jemanden, der einfach nur Inhalte produziert, sondern jemanden, der Gestaltung, Text, Technik und Strategie zusammenführt. Besonders für kleinere Unternehmen kann ein breit aufgestellter Mediengestalter dadurch heute Leistungen abdecken, für die früher mehrere Spezialisten notwendig waren.